Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie gewissenhaft Medienvertreter ihre Arbeit machen und welche unsinnigen Texte in die Medienwelt hinaus geblasen werden. Die einen schreiben von einem Versteckspiel, die anderen vom Glueck des Piloten und einem Flug ueber Hamburgs Innenstadt und das der Pilot den Heli gerade noch so zum Hafen bringen konnte , und das die Landung ganz in der Naehe der Fischauktionshalle stattfand, bla bla, cool Kollegen, Interviews, Recherche, sammeln von Fakten, dass kann man lernen und wuerde der journalistischen Sorgfaltspflicht sicher keinen Abbruch leisten. Und ein absolutes no go: “Feuerwehrmann, stell dich da mal hin, ich will mal noch ein Foto machen”, obwohl das Motiv voellig aus dem Zusammenhang stand! Da ich an Bord des Hubschraubers war, hier die Story, wie es wirklich war!
Der Hamburger Fotograf
Peter Sylent war mit dem Hubschrauber auf Luftbild-Produktion unterwegs.
Der Fotoflug verlief wie jeder andere in den letzten Jahren, Peter Sylent hing im Gurt an der offenen Tueroeffnung (Tuer fuer Fotoflug ausgebaut), fotografierte die neuesten Motive der HafenCity und die Baustelle des Kraftwerkes Moorburg.
Dann in der 41ten Flugminute ein leichter Rechtsdreh in Richtung über die Koehlbrandbruecke, als plötzlich erst die Kontrollleuchte der Öldruckanzeige nichts mehr anzeigte, und dann div. Instrumente ausfielen.
Pilot Frank Proeber (41)
der erst kürzlich einen Lehrgang über Menschliches Versagen durch Fehlentscheidungen absolvierte, behielt die Kontrolle über das Luftfahrzeug und meldete dem Tower in Fuhlsbuettel einen Emergency Touch down, soll soviel heißen wie, Sicherheitslandung.
Danach unterbrach auch die Funkverbindung zum Tower in Fuhlsbuettel.

In 200 Meter Höhe wurde entschieden leicht links über die Elbe einzudrehen und am aeusseren Zipfel des Containerterminals Tollerort Notzulanden. Die Unterbrechung des Funkverkehrs löste eine Rettungskette aus, da dem Airport der Verbleib des Hubschraubers unbekannt.


Als einer der ersten am Ort des Geschehens war der Hamburger Rettungshubschrauber, und nahezu zeitgleich kam der Polizeihubschrauber um unseren Hubschrauber zu suchen und um sich einen Überblick zu verschaffen.


Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Notarztwagen und Polizei vom Land wurden eingewiesen und kamen in kurzen Abständen hinzu, konnten dann endlich Entwarnung geben, als sie den kleinen Hubschrauber unversehrt auf dem Containerterminal antrafen.

Pressefotografen und Fernsehen waren unmittelbar vor Ort. Die Hughes 269 C ist der Hubschraubertyp, auf dem weltweit die meisten Piloten ausgebildet werden, in Hamburg für Schulungsflüge, aber auch für Beobachtungs-, Foto- und Personenflüge eingesetzt wird.
Pilot Frank Proeber
von Hanseatic-Helicopter war da völlig entspannt, es schien sich nur um einen technischen Defekt zu handeln, Gefahr bestand zu keiner Zeit.
Peter Sylent hatte sich während der 2 ½ minuetigen Notlandung nicht wirklich in Gefahr gesehen, zumal er mit einem absolut versierten und erfahrenen Piloten seine Fotoflüge seit Jahren durchführt. Natürlich läuft da ein kurzer Zeitraffer im Kopf ab, wenn die Anzeigen der Geräte ausfallen und man nach einem geeigneten Landeplatz sucht. Da werden die Speicherkarten aus den Kameras gezogen und in wasserdichte Boxen geschoben, man weiß ja nie. Während des Sinkfluges hatte ich eine Hand am Gurtverschluss und wäre sicherlich bei plötzlichem Rotorstillstand in die Elbe gesprungen, über der wir nahe der AIDA blu am Cruise Terminal Altona uns befanden. Durch die Berufserfahrung in Sachen Fotoflüge in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt gibt es eine Vielzahl von viel Grosseren Gefahren in Ballungsgebieten, als hier mit Profis mal eben einen Landeanflug auf einen Containerterminal durchzustehen. Obwohl man zeitversetzt erst wirklich realisiert, dass ist dann wohl heute dein zweiter Geburtstag, ist der nächste HeliFlug schon gebucht.
Anmerkung:
…uebrigens, gegenueber dem Landeplatz Containerterminal Tollerort befand sich auf der anderen Elbseite der Cruise Terminal Altona, nix mit Fischauktionshalle.
…Versteckspiel !? klar wer sucht die Maus, oder? gehts?
…und dann flog der Heli ueber der Innenstadt, genau, eben nicht, wir flogen ueber Moorburg und der Koehlbrandbruecke, zum mitschreiben!