Eine Besonderheit der Neubrandenburger Stadtmauer sind ihre Wiekhaeuser, die wie Schwalbennester an der Stadtmauer kleben.
Im Zuge der Errichtung der Stadtmauer zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden insgesamt 57 Wiekhaeuser im Abstand von circa 30 Metern in die Befestigungsanlage eingebaut. Sie dienten in Kriegszeiten als Kampfhaeuser. Als rechteckige Mauervorspruenge boten sie die Moeglichkeit, den anstuermenden Feind bereits vor der Mauer abzuwehren. Da sie die Stadtmauer betraechtlich ueberragten, galten sie auch als Beobachtungstuerme. Einige hatten ein Dach, andere eine offene Plattform mit Zinnen. In ihrer ersten Form waren sie nach der Stadtseite hin offen. Damals verfuegten die Wiekhaeuser ueber bis zu vier Etagen. Durch die Schiessscharten in den Geschossen konnte der angreifende Gegner aus sicherer Deckung bekaempft werden. Nach dem Dreissigjaehrigen Krieg und mit weiterentwickelter Kriegstechnik hatte die Wehranlage ihre Wirksamkeit verloren und Neubrandenburg gab seinen Festungscharakter auf. In einem Teil der Wiekhaeuser fanden die Armen der Stadt Unterkunft. Einige der Haeuser waren noch bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts bewohnt. 25 Wiekhaeuser hat die Stadt bisher wiedererrichtet, davon 23 in der alten Fachwerkbauweise und zwei als historische Wehrtuerme. Heute beherbergen sie u. a. oeffentliche Einrichtungen, Vereine, kuenstlerische Werkstaetten, Gaststaetten, Kneipen und kleine Geschaefte.
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